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3. März 2018 bis 10. Juni 2018

Wien zu Europa
Klimt und Schiele zu Léger und Klee in der Sammlung


Gustav Klimt
Italienische Gartenlandschaft, 1913
Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm

Das Kunsthaus Zug öffnet die Pforte zur hauseigenen Schatzkammer. Es ist die moderne Wiener Welt vor und während des Ersten Weltkriegs in ihrer ganzen Breite und Tiefe, in ihrer Aufbruch- und Untergangsstimmung, die gezeigt wird. Aber auch die europäische Welt ausserhalb Wiens wird abgebildet. Und der freie Geist der weiten Welt, den der Zweite Weltkrieg zu ersticken drohte.

Arbeiten von Henri de Toulouse-Lautrec und Edvard Munch stehen exemplarisch für die kulturellen Wechselwirkungen zwischen Wien und anderen Zentren in Europa.

Silber, Schmuck und Keramik, dazu leuchtende Landschaften und blühende Gärten. Das exotische Fest der Farben eines August Macke. Die Schönheit einer Traumwelt von Gustav Klimt, sie will verführen, wer immer sie betritt. Der aber wird nicht nur dem rauschhaften Glück begegnen: Wer eintritt, sieht den Menschen in seiner Brüchigkeit, im Gruppen­bildnis mit Arnold Schönberg von Richard Gerstl beispielsweise, im Expressionismus von Egon Schiele oder Ernst Ludwig Kirchner. Da machen sich Furcht und Hässliches breit.
Die Gänge in die Keller, in denen die Schätze lagern, ereignen sich nicht rein zufällig im Jahr 2018. Die Stiftung Sammlung Kamm ist der Code zu den Tresoren. Ihr nämlich gehört die bedeutendste Kunstsammlung der Wiener Moderne ausserhalb Österreichs in Europa, dazu kommen Werkgruppen des französischen Kubismus und des deutschen Expressionismus. Die Stiftung wurde 1998 gegründet und hat ihre Bestände als Dauerleihgabe ins Kunsthaus Zug gegeben. Die enge Freundschaft des in Zug ansässig gewesenen Ehepaars Fritz und Editha Kamm-Ehrbar zum Wiener Bildhauer Fritz Wotruba hinterlässt ihr Zeugnis in der Sammlung. Während des Zweiten Weltkriegs lebte dieser mit seiner jüdischen Frau Marian im Zuger Exil. Sein Schaffen, seine Kritik an der Abgeschiedenheit des Wiener Kunstbetriebs und seine Öffnung hin zu Europa sind Schlüssel zur Sammlung des Kunsthauses Zug.

Auch neue Errungenschaften in der Sammlung sind zu sehen: Eine Auswahl der Arbeiten von Gustav Klimt und Egon Schiele, die das Kunsthaus Zug von der Zürcher Stiftung Werner Coninx neu als Dauerleihgabe erhalten hat. Und das Oeuvre des hervorragenden amerikanisch-österreichischen Universalkünstlers Friedrich Kiesler (1890 – 1965), der erstmalig in der Schweiz vorgestellt werden kann durch eine vom Kunsthaus Zug mit Unterstützung der Gemeinnützigen Gesellschaft Zug und der Stiftung Sammlung Kamm koordiniert erworbenen Werkgruppe. Aus der von der Stiftung Franz Larese und Jürg Janett geschenkten Werkgruppe sind ausserdem wichtige Arbeiten von Arnulf Rainer und Fritz Wotruba erstmals zu sehen.

Die Stiftung Sammlung Kamm feiert im selben Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen, in dem sich die Todestage von Gustav Klimt und Egon Schiele zum hundertsten Mal jähren. Von beiden sind grosse Werkgruppen zu sehen. Auch den Designer und Künstler Koloman Moser und den Architekten Otto Wagner, die ebenfalls vor hundert Jahren starben, will das Kunsthaus Zug in der grossen Sammlungsschau vorstellen.

Kuratiert von Matthias Haldemann und Marco Obrist