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26. Januar bis 17. März 2019

Adrian Schiess
Werke der Sammlung, Schenkung Graber


Adrian Schiess
Fetzen, 1993, Kunsthaus Zug
Schenkung Christian Graber
Foto: Annelies Štrba
© 2018, Pro Litteris, Zürich

Zeitgleich zu den atmosphärisch eher kühlen Fotografien von Lukas Hoffmann zeigt das Kunsthaus Zug Farb-Malereien von Adrian Schiess (*1959 in Zürich) aus der eigenen Sammlung. Die Präsentation wird auch für den Künstler selbst ein Experiment sein – viele Werke werden erstmals gezeigt, manche in einer Art, wie Schiess dies bisher nicht getan hat.
Er wird sein Farbvokabular durchdeklinieren. Bei M wie Malerei oder wie maisgelb wird er innehalten, und mit ihm die Betrachter seiner grossen, lackierten Platte: Zwei auf drei Meter misst sie und lotet aus, was der junge Künstler in seinen Farbnotizen angelegt hat. Es waren die 1990er-Jahre in New York, als er Farbeindrücke zu sammeln begann.
426 Stück an der Zahl hat er über Monate hinweg zusammengetragen, kleine bemalte Kartonschnipsel oder Leinwände. Schiess wird diese Arbeit erstmals überhaupt präsentieren: Installativ auf Tischen, die er selbst konzipiert, performativ im Sinne seiner Tätigkeit im Atelier.
Die maisgelbe Tafel, die auf einem kleinen Farbmuster aus dieser Gruppe basiert, wirft maisgelbes Licht in den Raum zurück, maisgelb spiegelt sich in ihr die Welt, der museale Raum, seine Besucherinnen und Besucher. Je nach Blickwinkel des Betrachters, nach Lichtverhältnissen an unterschiedlichen Tageszeiten, verändern sie sich fortlaufend. An den Wänden hängen ‹Fetzen›, unregelmässig geformte bemalte Pappen. Farben und ihre Wirkung sind Schiess wichtig, nicht die virtuose Geste des Malens.
Es ist der Schenkung des Sammlers Christian Graber im Jahr 2015 zu verdanken, dass das Kunsthaus Zug eine grosse wichtige Werkgruppe besitzt. Graber ist seit Jahrzehnten mit Adrian Schiess befreundet. Ein intensiver Austausch, Atelierbesuche beim Künstler und Ankäufe reichen zurück in eine Zeit, bevor dieser in Galerien und Museen gefeiert wurde.

Kuratiert von Marco Obrist