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Und weg mit den Minuten.

Dieter Roth und die Musik

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik / Fachhochschule Nordwestschweiz, Musik-Akademie Basel, Edizioni Periferia, Luzern und der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin.

6. September bis 11. Januar 2015



Keller-Duo (mit Björn Roth), 1980 –1989
Kisten mit Klappdeckeln, Trinkutensilien,
Tonbändern, Radiogeräten, Ölfarbe,
Acrylfarbe, Marker, Elektro-Klavier, Violine,
200 x 240 x 60 cm
Dieter Roth Foundation, Hamburg

Quadrupel-Konzert
von Dieter Roth an der Musik Akademie
in Basel, 1977
Foto Hannes-Dirk Flury


Bei Dieter Roth (1930 – 1998) denkt man vielleicht zuerst an die sich zersetzenden Objekte aus Schokolade oder die grossen, materialintensiven Installationen. Sie gehören zu den populärsten Zeugnissen eines so faszinierenden wie vielseitigen Werks, das sich unter anderem über Zeichnung, Buch, Malerei, Assemblage, Installation, Film und neue Medien erstreckt.
Dem Universalkünstler Roth wurden schon unzählige Ausstellungen gewidmet. Erstaunlich eigentlich, dass ein Aspekt seines Werks trotzdem noch nie gesondert betrachtet wurde: die Musik. Sie gehörte für Roth von Anfang an zum künstlerischen Dreiklang aus Bild, Wort und Ton, mit dem er arbeitete. Ein schöner Grund, unsere Tradition interdisziplinärer Ausstellungen fortzusetzen.
Dieter Roth war masslos in der Kreation. Wir wagen zu behaupten: Und weg mit den Minuten ist zumindest üppig. Die Ausstellung vereint rund 200 Werke, von Papierarbeiten bis Installationen, sowie Tonaufnahmen und Dokumente, in denen Musik eine Rolle spielt. Auf der Olivetti-Yamaha-Grundig Combo etwa könnte man einen Brief tippen, der gleichzeitig in Musik umgesetzt wird, die sich auf einem Kassettenrekorder aufnehmen lässt – für einmal ein spielerisch poetisches Multitasking. Während der Forschung, die wir im Vorfeld zusammen mit der Musik Akademie Basel betrieben, tauchte zudem neues Material auf, das wir erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.
Selbstverständlich lässt sich das Thema nicht ohne Konzerte behandeln. Unter dem Namen Selten gehörte Musik verband Dieter Roth Musik, Kabarett, Performance und Happening in einer Weise, an der sich Helge Schneider noch lange abarbeiten könnte. Die Aufführungen entstanden mit Freunden wie Oswald Wiener, Gerhard Rühm, Hermann Nitsch und Christian L.  Attersee. Roth veröffentlichte sie als Langspielplatten. Einige seiner ehemaligen Mitstreiter werden bei uns auftreten.
Wenn schon masslos, dann richtig. In der Luzerner Edizioni Periferia erscheint eine von uns mitherausgegebene mehrteilige Publikation zur Ausstellung, die auch ein Buch umfasst. Es beleuchtet das Thema, das erstmals wissenschaftlich betrachtet wurde, und dient als Nachschlagewerk zu sämtlichen Arbeiten Roths mit Musikbezug.
Zum Abschluss noch dies: 2015 wird unsere Ausstellung in modifizierter Form auch im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin gezeigt werden.

An einem Punkt wollen wir nicht masslos sein, sondern denken an Ihr Portemonnaie. Da Und weg mit den Minuten geradezu nach mehreren Besuchen verlangt, bieten wir zur Ausstellung ein Eintritts-Abonnement an.

Kurator: Matthias Haldemann