Während des Zweiten Weltkriegs formierte sich eine junge Gruppe angehender Künstler in Baar und Zug. Nach dem Vorbild des österreichischen Bildhauers Fritz Wotruba, der von 1939 bis 1945 in Zug im Exil lebte, waren sie entschlossen, ‹freie Künstler› zu werden.
Besonders Hans Potthof (1911 – 2003) repräsentiert diese Zeit des künstlerischen Anfangs. Ihm widmet das Kunsthaus eine monografische Präsentation mit wenig bekannten Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden seit den 1930er Jahren. Sie wird ergänzt von
Arbeiten Fritz Wotrubas aus der Zuger Zeit sowie von Potthofs damaligen Freunden und Kollegen: Armin Haab, Eugen Hotz, Christian Staub, Alex Stocker u.a.
Dieser Präsentation steht die Werkschau des Künstlerkollektivs etoy gegenüber. etoy.CORPORATION ist eine im Zuger Handelsregister eingetragene Aktiengesellschaft. Sie besteht seit 1994 und hat gegenwärtig 15 ‹Agenten› in Europa und den USA sowie über 200 Aktionäre.
Während Potthof die Region Zug zum Kunstmotiv erhob und ein Heimat-Bild prägte, das als ‹Brand› bis heute wirksam geblieben ist, stellt die Stadt Zug für etoy primär das Geschäftsdomizil dar. Ihr nun vorgestelltes Langzeitprojekt MISSION ETERNITY dreht sich aber auch um die Zuger Persönlichkeit Sepp Keiser (einen Freund von Potthof). etoy interessiert sich für den bekannten Laienschauspieler, Stadtführer und Leserbriefschreiber sowie für den einstigen Pionier des Mikrofilms und Mitgründer der Walter Rentsch AG (heute Canon Schweiz). In ihrem «Totenkult für das Informationszeitalter» agiert die vielfältige Figur Keiser als ‹Testpilot›. MISSION ETERNITY handelt vom Vergessen und Erinnern von menschlichen Spuren, digitalen ebenso wie physischen.
Potthof, Keiser und etoy vertreten die markanten Zuger Gegensätze von Tradition und Umbruch, Kultur und Ökonomie, von beschaulicher Landregion und globalem Handelszentrum. Domizil Zug zeigt künstlerische Positionen im Spannungsfeld einer Sehnsucht nach ländlicher Verwurzelung und Entrückung im Cyberspace.
| |
|
| |
| |
Ausstellungseröffnung |
| |
Freitag, 15. April, 18.00 Uhr |
| |
Einführung: Dr. Matthias Haldemann, Direktor und Kurator
|
| |
|
| |
|
| |
Veranstaltungen zur Ausstellung |
| |
Sonntag, 15. Mai |
| |
Internationaler Museumstag | Museen, unser Gedächtnis
|
| |
|
| |
11.00 – 12.00 Uhr |
| |
Domizil und Vaterland |
| |
Bundesrat Philipp Etter und sein Verständnis von Kultur als Leitthema schweizerischer Politik.
Martin Pfister, Baar, im Gespräch mit Matthias Haldemann.
Der österreichische Bildhauer Fritz Wotruba und seine jüdische Frau Marian fanden auf der Flucht vor den Nationalsozialisten Dank der Vermittlung des Zuger Bundesrats Philipp Etter (1891–1977) eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung im Kanton Zug. Philipp Etter (Bundesrat 1934 – 1959) war einer der bedeutendsten Schweizer Politiker des 20. Jahrhunderts. Das Gespräch thematisiert Etters Auffassung von Kultur und Gesellschaft, sein Bild der Schweiz zwischen Tradition und Moderne und seine Verbindung zu Wotruba. Inwieweit wurde Etters katholisch-konservatives Weltbild vom Domizil Zug mitbestimmt? Gibt es Einflüsse der so genannten Geistigen Landesverteidigung auf Potthofs emotionale Landschaftsbilder und Wotrubas idealisierte Menschendarstellungen der Kriegszeit? Was ist von den politischen Konzeptionen
Etters heute in der schweizerischen Kulturpolitik noch wirksam?
Martin Pfister ist im Kanton Zug aufgewachsen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeitgeschichte an der Universität Freiburg i.Ue. befasste er sich mit der Biografie des
Zuger Bundesrats. Seit 2006 ist er Mitglied des Zuger Kantonsrats. |
| |
|
| |
13.00 – 14.00 Uhr / 14.00 – 15.00 Uhr |
| |
Zuger Bild(er) |
| |
Impulse für Familien mit Sandra Winiger
Welche Bilder von Zug haben Kinder? Welche Erwachsene? Gemeinsam entdecken wir spielerisch ausgewählte Werke der aktuellen Ausstellung, erkunden Zuger Bilder der Vergangenheit und Gegenwart und werden selber kreativ tätig – ein Familienerlebnis! |
| |
|
| |
Sonntag, 29. Mai, 11.00 – 12.00 Uhr |
| |
Domizil Zug – MISSION ETERNITY |
| |
etoy.CORPORATION und Sepp Keiser im Gespräch
mit Matthias Haldemann
Bei der Veranstaltung geht es um das Langzeitprojekt MISSION ETERNITY von etoy.CORPORATION, welches eng mit der Zuger Persönlichkeit Sepp Keiser zusammenhängt. etoy interessiert sich für den bekannten Laienschauspieler, Stadtführer und Leserbriefschreiber sowie für den einstigen Pionier des Mikrofilms und Mitgründer der Walter Rentsch AG (heute Canon Schweiz). Die vielfältige Figur Keiser agiert in ihrem ‹Totenkult für das Informationszeitalter› als ‹Testpilot›. MISSION ETERNITY handelt vom Vergessen und Erinnern von menschlichen Spuren, digitalen ebenso wie physischen. Doch wie hängt die Ewigkeitsmission mit dem Domizil Zug zusammen? |
| |
|
| |
|
| |
Führungen (10.30 – 12.00 Uhr) |
| |
Sonntag, 1. Mai, mit Matthias Haldemann |
| |
Sonntag, 22. Mai mit Sandra Winiger, Kunstvermittlerin |
| |
|
| |
Potthof über Mittag – Aktion für einen Nagel (12.00 – 12.30 Uhr) |
| |
Sammler bringen an den untenstehenden Daten ein Werk von Hans Potthof ins Kunsthaus und stellen es auf die Staffelei. Im Gespräch mit Mitarbeitenden des Kunsthauses berichten sie von
ihrem persönlichen Bezug zu dem jeweiligen Werk. Am darauffolgenden Tag wird das Werk zu einem Teil einer über Wochen entstehenden, grossen Wandcollage mit allen in der Aktion vorgestellten Arbeiten Potthofs. |
| |
| Di 19.4 |
Ueli Spycher mit Dr. Marco Obrist, wissenschaftlicher Mitarbeiter |
| Mi 20.4 |
Esther Brandenberg mit Marco Obrist |
| Do 21.4 |
Richard Heldman mit Marco Obrist |
| Di 26.4 |
Heidi und Georges Risi mit Matthias Haldemann |
| Mi 27.4 |
Christof Kilchmann mit Anne-Laure Jean, wissenschaftliche Volontärin |
| Do 28.4 |
Ernst Lieberherr mit Marco Obrist |
| Fr 29.4 |
Antoinette und Franz Lusser mit Matthias Haldemann |
| Di 3.5 |
Astrid und Claude Dulex mit Sandra Winiger |
| Mi 4.5 |
Andreas Bossard mit Anne-Laure Jean |
| Do 5.5 |
Myrtha Hereth mit Sandra Winiger |
| Fr 6.5. |
Christa Bindella mit Anne-Laure Jean |
| Di 10.5 |
Margrith Burckhardt mit Sandra Winiger |
| Mi 11.5 |
Cathrin und Christoph Straub mit Matthias Haldemann |
| Do 12.5 |
Britt Feddern Hess und Peter Hess mit Matthias Haldemann |
| Fr 13.5 |
Klärly und Franz Elsener mit Anne-Laure Jean |
| Di 17.5 |
Prof. Dr. Georg Keiser mit Sandra Winiger |
| Mi 18.5 |
Matthias Luchsinger mit Anne-Laure Jean |
| Do 19.5 |
Maria und Willy Ziegler mit Matthias Haldemann |
| Fr 20.5 |
Cécile Koch mit Sandra Winiger |
| |
|
| |
In Zusammenarbeit mit Z-Galerie, Baar |
| |
|
|
| |
Kunsthaus-Bar |
| |
Die Kunsthaus-Bar offeriert Ihnen saisonale Küche, hausgemachte Kuchen und feine Weine. Reservationen für das Mittagsmenu sind zwei Tage im Voraus erwünscht. |
| |
|
| |
Privatführungen |
| |
Informationen Telefon 041 725 33 44 |
| |
|
| |
Eintrittspreise |
| |
CHF 10.– | 8.– reduziert |
| |
|
| |
Veranstaltungen für Schulen |
| |
Kunstvermittlung, Telefon 041 725 33 40 |
| |
|
| |
Die Ausstellung wird grosszügig unterstützt von: |
| |
UBS AG, Zug
Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr / Siemens Building Technologies
Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung
MIGROS Kulturprozent
Bundesamt für Kultur BAK
lista office
orgart |
| |
|
| |
|
| |
|
Nächste Ausstellung |
|
11. Juni bis 4. September 2011 |
Solothurn meets Zug
Höhepunkte zweier Sammlungen |
| |
| |
| |
| > top |